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JuLis kritisieren CDU-Forderung nach Potsdam-App

Die Jungen Liberalen Potsdam kritisieren die Forderung der Christlich Demokratischen Partei (CDU) nach einer Potsdam-App, welche Informationen zu Veranstaltungen, touristischen Attraktionen und Servicediensten der Verwaltung für Handynutzer bündeln soll.

„Schon die Vorstellung, dass Touristen vor einer Reise nach Potsdam im Appstore den Namen der Stadt eingeben, zeigt, wie weit die CDU von praxisnaher Netzpolitik entfernt ist“ kritisiert der stellvertretende Kreisvorsitzende Matti Karstedt. „Niemand installiert sich irgendeine neue Anwendung auf dem Smartphone, nur, weil er gerade mal ein Wochenende in Sanssouci verbringt.“

Doch auch für die Einwohner der Stadt bietet eine solche Anwendung kaum Vorteile: „Wer Dienstleistungen der Verwaltung bürgerfreundlicher machen möchte, muss die Prozesse optimieren – und nicht einfach die schon im Web verfügbaren Dienstleistungen in eine App pressen“ so Karstedt.

Weiterhin ist der vorgestellte Kostenrahmen unrealistisch. Schließlich erfordert eine solche App nicht nur, dass sie entwickelt wird (wofür die CDU einmalig 30.000 Euro veranschlagt), sondern auch, dass sie kontinuierlich mit Inhalten gefüllt und aktualisiert wird. So entsteht jedes Jahr aufs neue eine erhebliche finanzielle Belastung durch die App. Um diese Kosten wieder einzuspielen, sind so einige Übernachtungen im Mercure notwendig. Dass die Christdemokraten etwaige Mehreinnahmen zur Hälfte für den Abbau der pro-Kopf-Verschuldung der Potsdamer einsetzen möchten, ist zwar löblich – zeigt aber auch, wie wenig sie von digitaler Ökonomie verstehen.

Übrigens finden Sie auf der Webseite der Landeshauptstadt bereits jetzt eine Liste von 13 Potsdam-Apps in vier Sprachen, welche von privaten Unternehmen angeboten werden. Ein Mangel besteht also nicht.


19. Januar 2017

Matti Karstedt ist Landesvorsitzender der Jungen Liberalen und Mitglied des Kreisvorstands der JuLis Potsdam.

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